Zum Mitsingen

Karin

Gastsalonière Andrea Wienhaus, Bildungshistorikerin mit besonderer Expertise auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Bedingungen in den 1960er Jahren, gewährte den Gästen des Kaffeehausgesprächs interessante Einblicke in Leben und Werk von Bob Dylan. An Text- und Musikbeispielen (Dank an die Technik!) wie „Who killed Davey Moore“ und „Mr. Tambourine Man“ wurde deutlich, dass Dylans Kunst in der Offenheit für Interpretationen bei gleichzeitiger Positionierung besteht. Das macht seine Songs über Generationen und auch in einer radikal veränderten Welt wirksam. In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob der heutige Musikmarkt einen Musiker bzw. eine Musikerin wie Dylan überhaupt zulassen würde. Dass es genug Themen gäbe, mit denen sich Künstlerinnen und Künstler kritisch und im Sinne einer Weltverbesserung (Stichwort Ideale) beschäftigen könnten, daran zweifelt wohl niemand. Das Gespräch kreiste auch darum, ob es sich bei Dylan um eine durch Selbstmystifikation erfolgreich gewordene Figur handelt oder um einen quasi mythischen Helden.  Und natürlich wurde die Frage gestellt, ob er den Literaturnobelpreis verdient hat oder ob der nicht doch eher Leonard Cohen zugestanden hätte. Ich bedanke mich noch einmal bei der Gast-Gastgeberin und bei allen, die mitgedacht, -geredet und -gesungen haben für den anregenden Abend!

Ideale Richtung

Karin

Das Herausragendste auf dem Gebiet der Literatur in der idealen Richtung hat in letzter Zeit offenbar Bob Dylan produziert. Für seine “poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition” hat er den Nobelpreis bekommen. Gut so, finde ich. Und was denken Sie? Wir reden unter Anleitung der Historikerin und Bassistin Andrea Wienhaus im Salon darüber. Kommen Sie hin und reden Sie mit.

Wann: 23. November 2016, 18-20.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Straße 41, Hamburg (St. Pauli)

 

Von Jelinek zu E. T. A. Hoffmann

Karin

Das September-Kaffeehausgespräch stand im Zeichen von Elfriede Jelinek und wurde von Daniela Strigl eingeleitet und geleitet. Eine Stunde des gebannten Zuhörens, interessierte Fragen und erhellende Antworten, sowie der feste Vorsatz einiger Salonbesucher, es jetzt wirklich auch selbst einmal mit den sperrigen aber durchaus auch komischen Jelinek-Texten zu versuchen, waren die Folgen.

Ganz ohne mein Zutun und durch einen überraschenden Ideengeber kam für den nächsten Termin das Thema “E. T. A. Hoffmann” auf. Wir werden uns also dem vielseitigen Autor des besten Hypertexts des neunzehnten Jahrhunderts (Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern [1821]) widmen. Details gibt es demnächst hier im Blog und per Newsletter.

Österreichische Literatur: Elfriede Jelinek

Karin

Das nächste Kaffeehausgespräch wird wieder im Zeichen der österreichischen Literatur stehen. Diesmal allerdings verlassen wir das neunzehnte Jahrhundert (!) und begeben uns ins 20. bzw. 21., denn wir sprechen über Elfriede Jelinek. Dafür habe ich wohlweislich eine kompetente Gastsalonière eingeladen: Daniela Strigl, Literaturkritikerin und Literaturwissenschaftlerin, wird uns durch das Werk Jelineks führen. Danach gibt es die Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu diskutieren;  wie immer in Salonmanier: ungezwungen und bei Kaffee und Kuchen oder einem Glas Wein.

Wann: Donnerstag, 1. September 2016, 18-20.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Str. 41, Hamburg (St. Pauli)

Dolmetsch der Natur: Adalbert Stifter

Karin

Von bang verschlungnen Irrewegen
Zurück auf ewig lichte Spur
Führt mild uns deines Wortes Segen,
Du treuer Dolmetsch der Natur.

So besingt die österreichische Schriftstellerin Betty Paoli ihren Freund und Kollegen Adalbert Stifter (1805-1866), um den es im nächsten Kaffeehausgespräch gehen wird. Seine Naturschilderungen, seine literarische Eigenständigkeit und die bleibende Wirkung seiner Sprachskepsis sollen vorgestellt werden. Dazu werde ich ausführlich aus seinem literarischen Werk zitieren. Anschließend gibt es in der gewohnt angenehmen Salonatmosphäre des Café Chavis Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion. Kommen Sie hin, reden Sie mit, ich freue mich auf Sie!

Wann: MITTWOCH, 13. Juli 2016, 18-20.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Straße 41, Hamburg

Komplizierter Charakter

Karin

Wieder hat ein Thema der österreichischen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts im Hamburger Salon Interesse erregt. Ich habe über Franz Grillparzer gesprochen, einen Autor, der in deutschen Gefilden wenig bekannt ist. Von der Überlegung, wie er zum österreichischen Nationaldichter geworden ist über sein schwieriges Liebesleben bis hin zu der Geschichte mit den Oleandern, die ihm das Fortkommen in der Schule gesichert haben (Bestechungsgeschenk an den Prüfer), habe ich in einer Stunde einen Bogen gespannt, aus dem sich die Gäste des Kaffeehausgesprächs bedienen konnten. Dabei zeigte sich deutlich, dass Grillparzers komplizierter Charakter interessant ist. Die Widersprüchlichkeit seiner Person fasziniert und sie drückt sich auch in der Vielfalt seines literarischen Schaffens aus.
Den Salongästen danke ich für ihr aufmerksames Zuhören, ihre Ergänzungen und Fragen. Ich habe wieder viel gelernt. Abschließend möchte ich ein Gedicht mit Ihnen teilen:

Kuss

Auf die Hände küßt die Achtung,
Freundschaft auf die offne Stirn,
Auf die Wange Wohlgefallen,
Sel’ge Liebe auf den Mund;
Aufs geschloßne Aug’ die Sehnsucht,
In die hohle Hand Verlangen,
Arm und Nacken die Begierde,
Uebrall sonst hin Raserei!

Franz Grillparzer: Sämtliche Werke, Bd. 1, S. 164

 

Nationaldichter?

Karin

Das nächste Kaffeehausgespräch in Hamburg  wird dem Dichter Franz Grillparzer gewidmet sein, der bei Wikipedia (und natürlich nicht nur dort) als österreichischer Nationaldichter bezeichnet wird. In meinen Ausführungen werde ich versuchen, nachzuvollziehen, wie es so weit kommen konnte. Und ich werde fragen, was an Grillparzer klassisch ist. Es erwarten Sie außerdem Zitate aus dem Werk Grillparzers und eine anregende Salonatmosphäre.

Wann: FREITAG, 10. Juni, 18-20.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Straße 41, Hamburg