Nachhaltiger Großschriftsteller

Karin

Das Juli-Kaffeehausgespräch in Hamburg war Hermann Hesse gewidmet. In meiner Einleitung referierte ich unter anderem die These, dass Hesse ein Jugendschriftsteller gewesen sei, der die Probleme Pubertierender in Romanen verarbeitet habe, die keine angemessene Lektüre für Erwachsene seien. Da erwies es sich prompt, dass einige der Salongäste durchaus noch mit Leidenschaft an ihrem literarischen Jugend-Idol hängen und sich keineswegs für ihre Hesselektüre zu entschuldigen gedenken. Recht so!

Wir haben aus berufenem Munde (Religionswissenschaftler und Salonherr Detlef war diesmal wieder dabei) gehört, dass Hesses Darstellung des Buddhismus durchaus einen guten Zugang zu dieser Philosophie bilden kann. Wir haben (mit Zitat belegt) erfahren, dass der „Steppenwolf“ gerade für die lektüre- und lebenserfahrene Leserin Stoff zur Reflexion enthält. Und es hat sich gezeigt, dass Hesse auf der Suche nach der eigenen Identität so nachdrücklich geholfen hat, dass seine Literatur ganze Lebenswege mitbestimmt hat. Dass Hesses Romane markt- und massentauglich waren und immer noch sind (dank Suhrkamp ist Hesse auf Facebook), kann dem Schriftsteller nicht zum Vorwurf gemacht werden. Zu vermelden ist, dass wir im Salon einen neuen Gast mit neuer, interessanter (Außen)perspektive begrüßen konnten.

Im August macht der Salon Sommerpause, im September wird es um kluge Frauen gehen (Motto: „Die ganze Wahrheit über Blaustrümpfe“) und im Oktober wird das Kaffeehausgespräch der skandinavischen Literatur gewidmet sein. Näheres erfahren Sie hier im Blog oder per Newsletter.

Davis: In the olden days…

Ende Juli lädt Paul zu einem Kaffeehausgespräch in Davis ein und stellt folgende Fragen:

“Wie hat sich das Alltagsleben in den letzten 75 Jahren geändert? Oder: Wie war das Leben Ihrer Eltern oder Großeltern 1939 anders als heute?

Wir besprechen Transport, Naturwissenschaft, Technologie, Psychologie, Erziehung, Musik, Literatur, Kunst, Beziehungen, die Natur usw. Alles in nur zwei Stunden!”

Ich bin ‘leider’ auf Reisen und kann deshalb nicht teilnehmen. Guten Appetit und gute Unterhaltung!

Eva

Wann: Freitag, 25. Juli, 4-6 pm

Wo: Konditorei, 2710 E Fifth Street, Davis, Kalifornien

Hermann Hesse

KarinIn sehr loser Folge widmen sich die Kaffeehausgespräche sogenannten Großschriftstellern, also Schriftstellern, die viel und gut geschrieben haben, die jede/r kennt, deren Namen in literarisch interessierten Kreisen zu nennen zum guten Ton gehört.

Diesmal im Zentrum unserer Aufmerksamkeit: Hermann Hesse. Und ganz konkret die Frage: Ist Hermann Hesse einer der großen, klassischen Autoren, deren Werke man immer wieder lesen kann, oder ist Hesse-Lesen eine Phase, aus der man irgendwann draußen ist?

Kommen Sie hin, hören Sie zu, reden Sie mit, lesen Sie etwas von Hesse vor.

Wann: Donnerstag, 17. Juli 2014, 19.00-21.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Straße 41, Hamburg

Davis: Wo Hörspiele blühen

Eva Vielen Dank für das heutige lebhafte Kaffeehausgespräch! In der Vorbereitung habe ich gelernt, dass Deutschland das Land ist, wo Hörspiele blühen und (laut deutschsprachiger Wikipedia) bis heute die meisten Hörspiele produziert und gehört werden.

Kaum verwunderlich, dass uns viele Titel eingefallen sind, sowohl Jugendklassiker wie “Hui Buh” und “Die drei ???” als auch literarische Klassiker wie Ingeborg Bachmanns “Der gute Gott von Manhattan” – für den die Autorin mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde; denn auch Hörspielpreise gibt es in Deutschland. Hierzulande (in den USA) sind Hörspiele heutzutage selten zu hören, wenn dann greift man zu Klassikern der BBC, wie etwa “Lord of the Rings“, das für manche Salonteilnehmer prägend war. Gute Hörspiel- und Hörbuchquellen (auch für Deutschlernende) sind audible.de, hoerspiel.de, Deutsche Welle, Deutschlandfunk und Radio Teddy.

Wie es sich für ein lebhaftes Kaffeehausgespräch gehört, haben wir neben dem “eigentlichen” Thema allerhand anderes besprochen: die Fußball WM, die “Lindenstraße”, Zensur und Vokabellernen.

Ich mache zwei Monate Sommerpause, aber im Juli wird es wahrscheinlich ein Kaffeehausgespräch mit Paul geben.

Davis: Hörbücher und Hörspiele

Eva Sie sind herzlich zum nächsten Kaffeehausgespräch an diesem Freitag, 27. Juni, von 4 bis 6 pm in der Konditorei in Davis eingeladen.

Auf Anregung von Paul möchten wir diese Woche über das Thema “Hörbücher und Hörspiele” sprechen. Was unterscheidet ein Hörspiel von einem Hörbuch? Welche Erfahrungen haben Sie mit Hörspielen und Hörbüchern? Haben Sie ein Lieblingshörbuch, oder hatten Sie vielleicht als Kind ein Lieblingshörspiel? Wie unterscheidet sich die Hörerfahrung von der Leseerfahrung? Sind Hörspiele in Deutschland weiter verbreitet als in den USA?

Kommen Sie hin, gönnen Sie sich ein Stück von Albert und Glorias Kuchen oder ein erfrischendes Eis, hören Sie zu und diskutieren Sie mit!

Hamburg: Umstrittene Autoren

Karin Beim Juni-Kaffeehausgespräch in Hamburg ging es um eine komplizierte Frage: Was hat der Charakter, die Persönlichkeit eines Autors/einer Autorin mit seinem oder ihrem literarischen Talent zu tun? Wie beeinflusst unser Wissen über fragwürdige politische Haltungen eines Autors unsere Wahrnehmung seines Werks? Darf man “Durchhaltelieder” schön finden? Kann man Knut Hamsun unbefangen lesen? Ist ein literarisches Werk eine persönlichere Sache als ein Bild oder eine Skulptur? Und wie ist das mit Hemingways Machismo – ist der echt, fiktiv, Bedingung für die Literatur? Ich sehe es als ein gutes Zeichen, dass ich aus dem Salon (wieder einmal) mit weit mehr Fragen als Antworten weggegangen bin und danke allen Gästen. Weiter geht es am 17. Juli mit Hermann Hesse. Näheres bald im Blog oder per Newsletter.

Davis: Literaturverfilmungen

Eva Und hier noch eine kurze Nachlese zum Gespräch vom Mai über Literaturverfilmungen:
Wir waren eine bunte Runde mit einigen neuen Gästen, was das Gespräch umso anregender gemacht hat. Wir haben zum einen über die Schwierigkeiten von Literaturverfilmungen gesprochen – etwa das Problem, lange, komplexe, detailreiche Texte in den wesentlich kürzeren Rahmen eines Films zu kondensieren oder das Problem, dass im Film all das optisch und akustisch konkretisiert werden muss, was beim Lesen in der Imagination eines jeden Einzelnen unterschiedlich und mehr oder weniger abstrakt entsteht. Dennoch waren wir uns einig, dass Literaturverfilmungen durchaus gelingen können und ein Vorteil darin liegt, dass sie oft ein größeres Publikum erreichen oder zugänglicher sind als der literarische Text. Die Salongäste hatten sehr unterschiedlich ausgeprägte Erfahrungen mit Literaturverfilmungen, und so haben wir auch etwa über Liveübertragungen von Opernaufführungen im Kino gesprochen, bevor wir zu ganz anderen Themen wie Deutschlernen in Japan und das Aufnehmen von Austauschschülern in der eigenen Familie gekommen sind. Ein insgesamt überaus angeregtes und interesssantes Kaffeehausgespräch!

Wir sind zurück!

Salon Jetzt noch schöner: Der neue Blog zu den Kaffeehausgesprächen in Hamburg und Davis.

Ein Hackerangriff hatte den virtuellen Salon lahmgelegt, aber jetzt sind wir wieder online: datadive hat diesen brandneuen Blog unter Beibehaltung der beliebten Tapete und der Kaffeetasse für uns aufgesetzt. Vielen Dank!

Eine Geschichte der Kaffeehausgespräche finden Sie unter “Was war”. Außerdem können Sie Highlights aus sieben Jahren Salonleben nachlesen: Unter “Was war” einfach ein Jahr auswählen.